Pünktlich zur ersten Band This
Morn Omina, die wir schon eine Woche zuvor auf dem Secret
Garden Festival gesehen hatten, donnerte der Himmel und ließ
noch ein wenig mehr Regen auf die schon zahlreichen Besucher
prasseln.
Trotz dieses Wetters tanzten schon einige zu dem rhythmischen
Beats zur frühen Stunde.
Weiter gings mit Cephalgy,
gekleidet in rote Hemden, schwarze Hosen und Krawatten kamen
sie vors Publikum und legten eine gute Show hin.
Maschendrahtzäune dienten als Deko, hinter einer Schattenwand
tanzte ein Mädchen grazil vor sich hin. Langsam zerriss
sie die Schattenwand und mit blutverschmiertem Gesicht kam sie
so zum Vorschein.
„Köln ich will euch tanzen sehen, wir sind hier am
Tanzbrunnen“ animierte Sänger Jörg Göhler
alle Tanzfaulen, tatsächlich nahmen sich dies einige zu
Herzen. Zwischendurch verirrte sich ein riesiger Luftballon
von Welle:Erdball auf die Bühne was mit einem „Aha,
kommt als nächstes.“ quittiert wurde.
Zu hören gab es unter Anderem „Wer ich bin“,
„Erinnerung“ und „From My Hands“. Natürlich
war auch der „Engel sterben nie“ Song dabei den
wohl die meisten kennen dürften.
|
Eine Reise durch die Zeit gabs dann mit Welle:Erdball,
mit dabei einige Songs der neuen CD „Chaos Total“.
ZB „Der Telegraph“, „Das Souvenir“ und
„Hoch die Fahnen“ bei dem stilvoll zwei Welle:Erdball
Fahnen geschwungen wurden.
Ebenfalls neu waren die Kleider der beiden Damen die wie Schaufensterpuppen
aus vergangener Zeit auf ihren Podesten standen.
Aber auch ältere Lieder gab es auf die Ohren, mit dabei:
„Arbeit Adelt!“, „Wir wollen keine Menschen
sein“ und „Starfighter F-104G“.
Als besonderes Schmankerl für die Fans gabs einen C64 original
unterschrieben von der Band. Honey freute sich das endlich mal
jemand das Teil auffing, ging er doch im letzten Jahr auf dem
Amphi zu Bruch. Die obliga-torischen Luftballons kamen schließlich
auch noch an die Reihe, nicht alle hatten sich bei Cephalgy
zuvor vom Winde verwehen lassen.
Noch ein letzter Hinweis auf die Unterschriften Liste für
den Tierschutz und weg waren sie, die Zugaberufe verliefen leider
ins Leere was wohl an dem straffen Zeitplan liegen dürfte..
|
 |
 |
Doch Unheilig fing sogar früher
an als geplant, also konnte der Umbau ja doch nicht so lange
gedauert haben.
Kerzen im Hintergrund erzeugten ein wenig romantische Stimmung,
leider kommt ja so was nicht ganz so gut rüber wenn helllichter
Tag herrscht.
Aber Lieder wie „Luftschiff“ und „Mein Stern“
taten sein übriges.
Schnellere Stücke gab es natürlich auch, unter anderem
„Ich Will Alles“, „Auf zum Mond“ und
„Sage Ja“
Die Bässe kamen uns persönlich extrem stark vor, das
hielt aber nicht die Leute ab sich zusammenzudrängen um
den Grafen ein wenig näher zu sein.
Diesmal wurden die Schreie nach Zugabe erhört: „Scheiß
auf die Zeit, ihr bekommt noch einen.“. Eine spontane
Zugabe war es allerdings nicht, denn Zeit hatten sie noch genug…
|
 |
Nebelig wurde es bei den 69 Eyes,
man sah kaum was sich dort auf der Bühne herumtrieb, so
hörte man größtenteils nur den Sound.
Nur wenig lichtete sich der graue Dunst mit der Zeit und gewährte
Einblick auf die wie immer in Lederkleidung steckenden Herren.
„You wanna rock?“ fragte Jyrki leidenschaftlich
die Menschen vor ihm und bekam ein lautes “Yeah”
zurück.
Außerdem meinte er noch: „Ihr könnt euch an
uns erinnern und wir erinnern uns an euch. Gut wieder zurück
zu sein!“ Na wenn er das sagt…
|
 |
Auch die nächste Band Subway to Sally
durften wir bereits 2 Wochen vorher beim Castle Rock bewundern.
Somit waren wir ein wenig darauf vorbereitet als der Kunstschnee
in Form von Schaum vom Himmel viel. Passend dazu gab es „Sarabande
de Noir“ und „Schneekönigin“. Diesmal
waren es allerdings größere Geräte die die weiße
Pracht über zahlreiche Köpfe pusteten, das war ein
schönes und groteskes Bild zugleich, da die Sonne munter
vor sich hin strahlte. Weiter schipperten sie mit dem „Knochenschiff“
zum „Kleid aus Rosen“ was mit viel Jubel belohnt
wurde. „Da bekommt man Gänsehaut.“ strahlte
Eric Fish
Es ging sicherlich noch gut her auf der Bühne und im Publikum
mit Feuershows und bekannten Liedern zum mitsingen, doch wir
machten uns nun auf den Weg in die Halle, zur Second Stage…
|
 |
… dort wollten wir Lola Angst
zusehen die wir bis jetzt noch nie Live gesehen hatten, es ist
ja auch eine relativ neue Band.
Mit einem Feuerzeug bewaffnet tastetet sich Andy über die
stockdustere Bühne zum Mikro um die ungewöhnliche
Band anzukündigen.
Orgel Lola, ehemaliges Kirchenmitglied, stand ziemlich einnehmend
im Zentrum und zog die Blicke auf sich, sofern das bei den Lichtverhältnissen
möglich war.
Los gings mit einem klassischen Stück, ohne drumherum Effekte,
doch das änderte sich schnell mit „shes a dark dj“,
„children of the dark“ und „am i dead“.
2 Balletttänzerinnen performten eher ungewöhnliche
Tänze, passend zu den Beats und sehr ansehnlich wie wir
fanden, Respekt!
Schade das Goldmann und Schirner so viel gequatscht haben, sonst
hätten sie doch noch den ein oder anderen Song mehr spielen
können. Auch die ständigen Sticheleien auf die verhassten
Dudelsäcke waren etwas überflüssig.
Eigentlich spuckt Lola ja Feuer aus ihren Orgelpfeifen, doch
das war bei der Bühne leider nicht möglich und somit
bekam man einen weiteren Anlaufpunkt über den sich die
Zuschauer lautstark beschwerten, die Feuerwehr.
Fazit: mehr Musik und weniger Lästern, dann haben wir alle
mehr davon!
|
Draußen tobte inzwischen die Menge zu VNV
Nation, den letzten Rest bekamen wir noch mit und es
schien eine super Stimmung zu herrschen.
Viele Hände reckten sich fleißig klatschend dem dunkler
werdenden Himmel entgegen. Eine große Videowand untermalte
die gesangliche und musikalische Leistung der beliebten Band.
Bei „Beloved“ sangen die Fans wie eine große
Stimme mit. Einen Song übersprangen VNV Nation dann zum
Schluss weil leider keine Zeit mehr blieb, es gibt eben eine
Uhrzeit zu der Ruhe herrschen muss wenn man keinen Ärger
mit dem Ordnungsamt haben möchte.
Auf die traurigen Rufe hin vertröstete Ronan Harris auf
die Second Stage mit Mr. Combichrist, „This shit will
fuck you up.“ lachte er.
Außerdem schmeichelte er noch dass es immer wieder ein
großes Vergnügen sei in Deutschland spielen zu dürfen.
|
 |
Zu dieser Zeit spielte aber noch in der Second Stage die Japanische
Band Calmando Qual ziemlich gewöhnungsbedürftigen
harten Gothic Rock.
Einige Zuschauer suchten das Weite, andere blieben und kreischten,
bzw. kuckten sich die Sache neugierig näher an.
Unser Fall war es auch nicht unbedingt und so trabten wir wieder
raus in die sich abkühlende Nachtluft.
|
 |
Dort angekommen hatten wir erstmal eine Menge Leerlauf, die
Lesung mit Oswald Henke hatte noch Zeit, somit betrachteten
wir die Mengen die sich langsam in die Halle drängten um
auf Combichrist zu warten.
Zurück blieb ein Häufchen Menschen die den Umbau auf
der Bühne beobachteten und eine große Fläche
die mit Plastikbechern und anderem Müll übersäht
war.
Nun gut, dann also doch noch mal ab in die Halle,
man ist ja neugierig was da drin los ist.
Los war eine ganze Menge, fast kein durchkommen war möglich,
dicht gedrängt standen sie wie die Sardinen und lauschten
Combichrist.
Wobei lauschen vielleicht das falsche Wort ist denn ab der ersten
Sekunde ging die Post ab und die Halle brodelte.
Herr LaPlegua hatte die Menge sofort unter Kontrolle mit Hits
wie "Blut Royal", "Area51" oder natürlich
"This shit will fuck you up".
Für uns das Highliht des Tages auch wenn wir nicht dem
ganzen Auftritt beiwohnen konnten.
|
 |
 |
Derweil ging es auch draußen mit Oswald
Henkes Lesung los.
Zur Begrüßung bekam die erste Reihe erstmal einen
Sekt, den Rest aus der Flasche genehmigte sich der Goethes Erben
Sänger selber.
Zunächst musste er die Zuhörer darauf aufmerksam machen
ganz leise zu sein, da sie Auflagen von der Stadt bekommen hatten
die eine bestimmte Lautstärke nicht überschreiten
darf. So kamen viele ein wenig näher an den Bühnenrand
um alles mitzubekommen. Themen wie z.B. der Papst, digitale
Bildberarbeitung und sex sells wurden durchgenommen.
Die unter 18 jährigen bekamn Lollis geschenkt, da meldetet
sich wohl auch der ein oder andere über 18 ;-) Für
die war allerdings Ahoi-Brause bestimmt.
„Wer hat denn heute Abend noch nichts vor?“ fragte
Oswald verschmitzt. Das waren so einige die da die Hände
ausstreckten „Ihr seid ja hungrig! Sexhungrig!“.
Aus seinen Büchern gab er auch noch Texte zum Besten, unter
anderem „Stadt der Träume“, „Fleischschuld“
und „Narbengarten“ die sehr zum Nachdenken anregten.
Doch auch lustige Momente gab es, als Oswald mit seiner Wasserpistole
ins Publikum spritzte: „Das mache ich jetzt immer wenn
ihr zu laut seid, habe ich mir extra gekauft.“ grinste
er. Auch sein Assistent bekam das zu spüren, als Strafe
weil er zu spät die Kerzen brachte.
|
 |
Im munteren Wechsel flitzten wir wieder in die Halle zu
Diary of Dreams und somit zu Adrian Hates, dem Herren
mit der schönen Stimme und den tollen Haaren ;-)
Zur Setlist gehörten unter anderem „Chemicals“,
„Giftraum“, „End (giFtet)“ und „Butterfly:Dance!“.
|
Nun gingen wir endgültig wieder nach draußen wo wir
den letzten Rest von Christian von Aster
hörten.
Schade, nur noch die Story über die Deutsche Bahn und ihre
Pünktlichkeit, bzw. den Braunschweiger Bahnhof und seine
Einwohner, ein Gedicht über garstige Adelige und ein Minigedicht
über eine Fledermaus bekamen wir mit.
Wir hätten gern mehr gehört, laut Plan sollte es auch
noch eine Weile gehen, vielleicht wurde die Lesung vorgezogen?
|
Die Djs nahmen wir dann nicht mehr mit, es war schließlich
ein anstrengender Tag mit langer Autofahrt.
So freuten wir uns auf unser Hotelbett und fuhren von dannen.
|
|